Vinales, Kuba

Nachdem wir in Varadero gelandet sind und uns danach Havanna genauer angeschaut haben ging unsere Reise jetzt weiter aufs Land. In dem kleinen Dorf Vinales findet man neben viel Tourismus vor allem Landwirtschaft vor. Tabak-, Bananen- und Ananasplantagen häufen sich im Gebiet rund um das Dorf und warten, genauso wie die außergewöhnliche Landschaft, darauf erkundet zu werden.

¡Caballo, caballo!

Kaum waren wir in Vinales angekommen und haben geäußert, dass wir unter Umständen Lust hätten das Umfeld unter anderem ortstypisch per Vierbeiner zu erkunden, stand schon ein kleiner Pferdebauer vor der Tür und erklärte uns, dass wir im Prinzip sofort losreiten können.

vinales

Mit dem Pferd ging es dann, vorbei an Ananasplantagen zu einer kleinen Tabakfarm mitten in der Pampa. Dort erklärte uns ein junger Tabakbauer, wie Zigarren hergestellt werden und was dabei zu beachten ist. Selbstverständlich gabs dazu auch eine kleine Kostprobe.

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Weiter ging es durch die kubanische Prärie. Unterwegs konnten wir sehen, wie dort tatsächlich noch Felder mit Ochsengespannen bewirtschaftet werden. Zu Hause völlig unvorstellbar. Die letzte Station der Pferdeexpedition war eine kleine Kaffeefarm mit tollem Ausblick auf den Sonnenuntergang am anderen Ende des Tales. Hier wurde uns erklärt wie genau Kaffee angebaut und weiterverarbeitet wird, und warum Rum bei den alten Kubanern auch als „Vitamin R“ bezeichnet wird.

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Cayo Jutías – oder: Hallo Paradies

Mit dem Sammeltaxi ging es am nächsten Tag an einen kleinen Strand nördlich von Vinales. Für die 60km brauchten wir abenteuerliche zwei Stunden – doch dazu später mehr. Dort angekommen trauten wir unseren Augen kaum. Unglaublich hübsche und zu unserer Überraschung überhaupt nicht überlaufene Strände mit türkisblauem Wasser und beihnahe weißem Sand.

Überall wachsen dort alte, knorrige Bäume am Ufer und kleine Krebse krabbeln mit Schneckenhäusern auf dem Rücken über den Strand. Hier könnte man es definitiv noch eine Weile aushalten.

Leider stand um Punkt 16:00 Uhr schon wieder die Abfahrt auf dem Programm – die Taxifahrer verlassen den Strand alle gleichzeitig damit niemand bei einer eventuellen Panne zurückbleibt. Spätere Abfahrten werden nicht empfohlen, vor allem weil es sich nicht empfielt auf den mehr als maroden Straßen in der Dämmerung oder gar bei Nacht unterwegs zu sein.

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Der Anblick wie sich die bunten Autos in Schlangenlinien um die Schlaglöcher die Straße entlangkämpfen, erinnert ein bisschen an Mario Kart – allerdings wirft niemand mit Bananen. 😉 Dafür wird (wenn die Straße zu unbrauchbar ist) auch gerne mal im Kiesbett neben der Straße gefahren.

 

Vinales en bicicleta

Im Vergleich zu den Vierbeinern von Tag eins ging es heute mit nicht weniger abenteuerlichen Drahteseln durch das Umfeld von Vinales.

Nach einem kleinen Reparaturzwischenfall bei meinem Exemplar, bei dem uns einige Kubaner sehr tatkräftig zur Seite standen, ging es weiter in Richtung eines Aussichtspunktes. Mit den Rädern versuchten wir eine dafür ungeeignete Steigung zu erklimmen, doch die Aussicht hat für die Strapazen mehr als entschädigt.

lOs caminantes – die wandersleut

An unserem letzten Tag in Vinales erkundeten wir die Umgebung schließlich zu Fuß. In der Nähe gibt es einige Höhlen. Bei einer davon geht man zu Fuß hinein und fährt mit dem Schiff auf der anderen Seite heraus. Zu eben dieser Höhle wanderten wir duch die Hitze Kubas. Vorbei an einer Ananasplantage, durch eine andere Höhle und entlang der Landstraße kamen wir tatsächlich an. Übrigens ein komisches Gefühl, wenn gleichzeitig die Geier über einem ihre Kreise ziehen 😉 .

In der Höhle selbst war die Wartezeit dann deutlich länger als die Zeit im Boot. Doch der Anblick in und aus der Höhle hat sich dennoch gelohnt.

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Auf dem Rückweg versuchten wir dann ein Taxi zu bekommen. Die über 6km Wanderstrecke war doch nicht soo locker zu bewältigen wie gedacht. Außerdem wollten wir nicht bei Dunkelheit durch die unübersichtliche Landschaft wandern, schließlich fing es schon bald an zu dämmern. Leider waren alle Taxis schon belegt, klar eigentlich – alle warteten bis ihre Kunden wieder aus der Höhle kamen und nach Hause wollten. Schließlich damit abgefunden traten wir den Rückweg zu Fuß an – bis uns nach ein paar Metern ein Bauer anbot, uns mit auf dem Anhänger seines Traktors ein Stück mitzunehmen.

Kuba – ein Fazit

Die Reise nach Kuba hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wir haben es keine Sekunde bereut uns dafür entschieden zu haben. Empfehlen würde ich es allerdings nur Touristen, die zumindest ein bisschen Spanisch sprechen. Ohne Clara und ihre Spanischkenntnisse wäre ich total aufgeschmissen gewesen. Englisch wird dort, wenn überhaupt, eher mittelmäßig gesprochen.

Neben den vielen schönen Eindrücken, tollen Landschaften und netten Begegnungen, bringt eine Reise in ein solches Land aber auch zum Nachdenken. Es wird wieder deutlich in welchem Reichtum, Luxus und Freiheit wir eigentlich leben. So lernt man die kleinen Dinge des Alltags, wie eine funktionierende Toilettenspülung oder fließendes Wasser erst wieder zu schätzen, genauso wie unser überwältigendes Angebot im Supermarkt oder unsere hervorragenden Straßen. Trotz der dort herrschenden Umstände machen die Menschen einen glücklichen und zufriedenen Eindruck – einer der vielen Gründe warum eine Rückkehr auf jeden Fall nicht auszuschließen ist.

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