SONY a7-Erfahrungen nach 4 Monaten

sony-a7

Nun hab ich meine neue Kamera schon seit 4 Monaten und es wird Zeit für ein Zwischenfazit. Ich finde zwar immernoch teilweise neue Funktionen und entdecke neue Vor- und auch Nachteile, doch die meisten Situationen hab ich inzwischen mal mit der Kamera erlebt und kann vielleicht anderen, die einen Kauf in Betracht ziehen, einige Infos geben.

sony-canon-objektive

Ich verwende die Kamera mit alten, manuellen Canon FD-Objektiven. Deswegen werde ich zu Autofokusleistung und der allgemeinen Abbildungsleistung der SONY-Optiken nichts sagen können. Zum Adaptieren verwende ich einen Adapter der Firma Quenox. Ich bin damit sehr zufrieden. Der Adapter hat einen Schalter mit dem man zwischen dem am Blendenring des Objektivs eingestellten Blendenwert und der Offenblende hin- und herschalten kann. Das macht nicht nur auf Wunsch das Sucherbild etwas heller sondern hilft auch beim manuellen Fokussieren.

Quenox SONY e-Mount Canon FD-Adapter
Quenox SONY e-Mount Canon FD-Adapter

 

Wo wir grade am Fokussieren sind: beim manuellen Fokussieren hilft das Fokus-Peaking enorm. Das funktioniert sehr zuverlässig und ist in der Intensität einstellbar. Einziger Punkt was weniger gut funktioniert: Wenn man die Blende etwas weiter geschlossen hat (Blende 8, 11, 16 etc…) wird natürlich ein größerer Bereich scharf – und das bewirkt, dass das Fokus-Peaking einfach alles rot markiert, da die Blende sich beim Einstellen am manuellen Objektiv direkt schließt. Das macht das genaue Scharfstellen enorm schwierig.
Die Lösung hierfür – kurz am Adapter die Blende auf Offenblende öffnen, scharf stellen, Blende wieder zurückstellen und auslösen. Ist nicht grade schnell – funktioniert aber problemlos.

Fokus Peaking
Fokus Peaking

Elektronischer Sucher

Der elektronische Sucher ist gewöhnungsbedürftig und hat sowohl Vor- als auch Nachteile. So wird das Bild in dunklen Situationen im Sucher etwas rauschig und ist nicht mehr so schnell, sondern wirkt eher etwas träge. Auf der anderen Seite sind Vorteile auf jeden Fall, dass man das Bild direkt in der Helligkeit und mit dem Weißabgleich sieht wie es später herauskommt. Außerdem hat man die Möglichkeit zusätzliche Hilfen wie ein Live-Histogram, eine Wasserwaage, Fokus-Peaking oder Überbelichtungswarnung einzublenden.

Ein kleiner Bonus der mir erst später aufgefallen ist: Man kann den Sucher natürlich auch zum Anschauen von Fotos nutzen und muss an sonnigen Tagen nicht mit lästigen Spiegelungen auf dem Display kämpfen. Alles in allem hab ich mich schon ganz gut damit angefreundet und verwende auch das klappbare Display deutlich mehr als ich zunächst gedacht hätte.

Geschickter als zunächst gedacht - klappbares Display der a7.
Geschickter als zunächst gedacht – klappbares Display der a7.

Geschwindigkeit

Die Auslösegeschwindigkeit ist sehr schnell. Eine Verzögerung nach Drücken des Auslösers ist nicht festzustellen. Auch die Serienbildgeschwindigkeit von 5 Bildern pro Sekunde ist für Vollformat nicht schlecht und beinahe an den 6 B/s der deutlich teureren Canon 5D MkIII. Die Startzeit ist einen kleinen Tick länger als bei DSLRs – ich würde sie aber nicht als störend lange bezeichnen. Die Schreibgeschwindigkeit der Bilder ist bei entsprechenden Karten sehr zügig.

Ein kleines Manko: Solange Fotos auf die Karte geschrieben werden, können keine Bilder betrachtet werden – auch keine, die schon fertig geschrieben sind. Deshalb macht es auf jeden Fall Sinn schnelle Speicherkarten zu verwenden – im Serienbildmodus schickt die Kamera immerhin 125MB pro Sekunde an die Karte. Gespeichert werden die Fotos wahlweise auf einer SD-Karte oder auf einem SONY Memory Stick. Beides passt in den Kartenslot.

Der Kartenslot akzeptiert sowohl SD-Karten als auch SONY Memory-Sticks.
Der Kartenslot akzeptiert sowohl SD-Karten als auch SONY Memory-Sticks.

Einstellmöglichkeiten

Was mir außerordentlich gut gefällt ist, dass viele Knöpfe und Räder an der Kamera frei belegt werden können. So können Funktionen, die häufiger benötigt werden, direkt über Knöpfe erreicht werden. Ich hab mir z.B. eine Ausschnittsvergrößerung, die beim Fokussieren hilft direkt auf den Knopf neben dem Auslöser gelegt.

Die frei belegbaren Knöpfe der a7 machen sie anpassbar an die eigenen Bedürfnisse.
Die frei belegbaren Knöpfe der a7 machen sie anpassbar an die eigenen Bedürfnisse.

Über das Rad zur Belichtungskorrektur kann man die Belichtung sehr einfach um drei Blendenstufen nach oben oder unten korrigieren. Das ist in drittel Blendenschritten möglich – das Resultat sieht man live im Sucher / Display. Eine Funktion, auf die ich definitiv nicht mehr verzichten will. Bei den meisten anderen Kameras wird die Belichtungskorrektur nur per Knopfdruck und gleichzeitigem drehen an einem Rad geändert. Das ist zum einen mehr Aufwand und zum anderen sieht man an der a7 auf den ersten Blick auf das Rad oben, welcher Wert eingestellt ist.

Belichtungskorrektur bei der a7 über das Einstellrad.
Belichtungskorrektur bei der a7 über das Einstellrad.

Fotos verschicken und Apps auf der Kamera

Mithilfe von WiFi ist es möglich Fotos direkt aufs Smartphone zu übertragen und diese dann direkt zu verschicken etc. Ich Nutze das Feature häufiger als ich zunächst gedacht hätte. Gerade um Fotos z.B. auf Instagram zu stellen bietet die Kamera schon eine deutlich bessere Bildqualität als das iPhone selbst.

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Außerdem können direkt auf der Kamera Apps heruntergeladen werden, die der Kamera weitere Funktionen ermöglicht. Zum Beispiel einen Timelapsemodus oder eine App zum berührungsfreien Auslösen, die einen Kabelauslöser hinfällig macht.

Größe und Gewicht

Um die Größe und das Gewicht zu verdeutlichen hier ein Vergleich mit Canons 5DIII. Diese ist 3,1cm breiter, 2,6cm höher und 3,4cm dicker als die Sony. Außerdem ist sie 476g schwerer. Das ist für Studioanwendungen weniger dramatisch, doch wenn man seine Kamera im Urlaub an einem heißen Tag im Süden (Kroatien – Teil 1, 2 und 3) stundenlang durch die Sonne schleppt, ist man über diese Maße echt froh.

Nicht nur das Gewicht ist für mich ein Vorteil – die deutlich kleinere Größe lässt nicht schon von weitem auf professionelle Kamera schließen und ermöglicht dadurch deutlich unauffälligere Aufnahmen.

Größe der Sony a7 im Vergleich zur Canon 5D MkIII

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Wetterfest

Laut Hersteller ist die Kamera „wetterfest“. Das bedeutet bei verschiedenen Herstellern verschiedenes und ich hab keine Infos darüber gefunden wie wetterfest sie tatsächlich ist. Leichter Nieselregen hat meine schon mitgemacht und hat das gut überstanden.

Stromverbrauch bei spiegellosen Systemen

Der Akku der Kamera reicht laut Herstellerangaben für ca 270 Fotos. Meiner Meinung nach sind auch ein paar mehr drin. Allerdings darf man nicht an die Akkulaufzeit einer klassischen DSLR denken. Gerade das häufige Verwenden des Displays oder der WiFi-Funktion zieht schon sehr ordentlich am Akku. An einem fotointensiven Tag reicht ein Akku definitiv nicht aus. Geladen wird der Akku direkt in der Kamera, die per USB-Kabel angesteckt wird. Ein Ladegerät ist auch verfügbar, aber nicht im Lieferumfang enthalten. Das ist bei einer Kamera dieser Preisklasse etwas schade.

Dem Laden in der Kamera stand ich zu Beginn etwas skeptisch gegenüber, doch es hat auch Vorteile. Die Kamera kann zum Beispiel auch am Handyladegerät im Auto oder am Mobilen Akku per USB angeschlossen werden. So kann bei einer Fahrt zwischendurch der Akku der a7 wieder auf Vordermann gebracht werden. Will man allerdings mit zwei Akkus arbeiten und über Nacht beide laden, kann man auf ein Ladegerät nicht wirklich verzichten.

sony INSTA

 

Bildqualität – das worauf es tatsächlich ankommt

Die Bildqualität ist hervorragend und bietet für alle Gelegenheiten genug Auflösung, Schärfe und Dynamikumfang. Auch die Abbildungsleistung bei hohen ISO-Zahlen ist absolut zufriedenstellend. Ich konnte die Kamera jetzt nicht in direktem Vergleich testen, doch Gorden Laing von cameralabs.com schreibt, die Kamera sei „der Canon 5D MkIII leicht überlegen“. Auch mit den großen Nikon-Modellen wie der D800 oder D4 kann die Kamera von der Bildqualität mithalten. Einziges kleines Manko: die Bittiefe der SONY-Kameras sind momentan noch etwas geringer wie bei den großen Modellen von Canon oder Nikon – fällt beim täglichen Gebrauch aber nicht auf.

One comment

  • Mir persönlich geht es verloren. Ich kann es nicht anders beschreiben. Der Blick durch den elektronischen Sucher wirkt so, als sei man nicht direkt am Geschehen beteiligt. Eine Verbindung zum „Objekt“ scheint zu fehlen. Vielleicht habe ich es auch nicht lange genug versucht und mich in den 2 Wochen nicht daran gewöhnt. Hast Du Erfahrungen machen können über viele Stunden? Kann man mit so einem Sucher auch 7-8 Stunden Reportagefotografie schaffen, bzw. schaffen das die Augen???

    Einen großen Vorteil sehe ich noch bei den Spiegellosen …. die enorme Zahl an möglichen Auslösungen. Diese ist ja mehr als 3x so hoch als bei einer 5DMarkIII oder bald IV. Um 500.000 Auslösungen machen zu können, muß man bei Nikon und Canon über 6T auf den Tisch legen und zu Oberklasse greifen. Die Haltbarkeit ist nicht zu verachten, da ja auch das Touchdisplay (wenn man es verwendet) ebenfalls Bedienelemente schont.

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