Dynamikumfang

GEEK-ALARM – VORSICHT ES WIRD SEHR TECHNISCH

Gestern hab ich auf dem Blog von Boris Nienke einen Artikel über den Dynamikumfang gelesen. Er hat dort Kameras verschiedenen Alters und verschiedener Sensorgrößen gegeneinander verglichen, um herauszufinden in welcher Raw-Datei bei Über- und Unterbelichtungen noch die meisten Informationen stecken. Ich fand das recht Interessant und wollte das mal mit drei Kameras testen, mit denen ich im täglichen Gebrauch Kontakt habe.

Es treten gegeneinander an:

Nikon D3S – November 2009 – Vollformat – 12 MP
Nikon D800 – März 2012 – Vollformat – 36,3 MP
Sony a7 – Oktober 2013 – Vollformat – 24 MP

 

Die Test-Vorgehensweise

Wie schon Boris, muss ich auch sagen, dass ich keine Laborbedingungen zum testen habe.

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Die Einstellungen habe ich durchgehend gleich gelassen: Alle Kameras auf ihrer tiefsten, nativen ISO, Zahl (a7 & D800 bei ISO100 – D3S bei 200) und Belichtungszeit 1/125s, Blende 16 (22 bei D3S um höhere ISO zu kompensieren).

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Mit verschiedener Blitzleistung habe ich dann jeweils 4 & 5 Blenden über- und unterbelichtet. Die korrekten Belichtungswerte wären also Blende 90 und 2,8 gewesen.

_DSC6876

_DSC6886

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Die so gewonnenen Fotos wurden dann in Lightroom auf die korrekte Belichtung zurückkorrigiert. Farbanpassungen, Entrauschung etc. fand nicht statt.

 

Unterbelichtungen

Bei den Unterbelichtungen agieren alle drei Kameras recht ähnlich. Wie zu erwarten rauschen die aufgehellten Fotos schon ein bisschen aber ich muss auch sagen, dass mir nicht bewusst war, dass 5 Blenden (!) unterbelichtete Fotos noch derart brauchbar herauskommen. Wie zu erwarten, rauscht die etwas ältere D3S in diesem Vergleich etwas mehr. Was mich allerdings gewundert hat ist, dass die ältere D800 mir mehr Auflösung weniger zu rauschen scheint als die neuere a7 mit weniger Auflösung.

4 blenden drunter

5 blenden drunter

 

Überbelichtungen

Bei den Überbelichtungen sieht das komplett anders aus. Die Aufnahmen mit 5 Blenden Überbelichtung sind alle unbrauchbar. Alle Kameras zeigen kaum mehr Farbinformationen.

5 blenden drueber

Etwas deutlicher sind die Unterschiede bei der 4 Blenden überbelichteten Aufnahme. Die D3S zeigt nach wie vor einige Farben gar nicht an, andere sehr schwach. Die D800 liegt schon ein Stückchen besser – nochmal deutlich besser sind die Farben bei der Aufnahme der Sony. Besonders deutlich bei dem Gelbton in der Mitte der Farbkarte.

4 blenden drueber

Zusammenfassend kann man sagen, dass dieser (unwissenschaftliche) Test zeigt, dass neuere Sensoren einen höheren Dynamikumfang haben und, dass die Unterschiede bei Überbelichtungen deutlicher zum Tragen kommen als bei Unterbelichtungen. Fand das mal ganz spannend auszuprobieren – Spannend wäre jetzt noch der Vergleich zur Sony a7s. Diese hat weniger Auflösung als die a7 und kam etwas später auf den Markt. Mag sein, dass sie im Vergleich dazu noch einen deutlichen Vorteil bietet.

2 comments

  • Schöner Artikel.
    Ich hab den Test auch zusammen mit Boris mit der D800 gemacht. Ich habe es nochmal weitergeführt und bis 10 Blenden unterbelichtet. Die Bilder die >5 Blenden unterbelichtet waren habe ich auf -5 Blenden Korrigiert und ein neutrales Tiff erstellt. Bei den <5 blenden Bilder habe ich einfach ein Neutrales Tiff erstellt. Die Tiffs habe ich dann in LR auf 0EV korrigiert und verglichen.

  • Vielen Dank, solche Tests sind leider zu selten. Der Dynamikumfang wird immer wichtiger, so wie die Videofunktionen auch. Die Pentax K1 wirkt etwas „gemacht“ aber sie haben es irgendwie hinbekommen, dem ganzen noch einen draufzusetzten. Noch lange kein Vergleich zu ccd Sensoren aber immerhin. Viele Grüße aus Köln.

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